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Appell des Naturschutzamtes: Bäume auch außerhalb der Schonfrist erhalten

Landkreis Stade. Seit 1.Oktober dürfen Bäume wieder gefällt werden. Dann ist die vom Gesetzgeber geregelte Schonfrist für Bäume und andere Gehölze vorüber, die alljährlich vom 1. März bis 30. September gilt. Dr. Uwe Andreas, Leiter des Naturschutzamtes, appelliert gleichwohl, auch in der kalten Jahreszeit Einzelbäume in der Landschaft zu schützen und nur zu fällen, wenn es einen triftigen Grund gibt.

„Bäume und Hecken sind ästhetische Landschaftsbestandteile, die dem Klimaschutz dienen und für den Naturhaushalt eine wichtige Rolle spielen“, so Andreas. Wer einen Baum fällen möchte, hat auch außerhalb der eigentlichen Schonfrist weitere gesetzliche Regelungen zu beachten. Dies betrifft vor allem den Artenschutz. Beispielsweise zählen alle in Europa lebenden Vögel und Fledermäuse zu den besonders geschützten Arten. Da diese Arten weder gefangen, noch verletzt oder getötet werden dürfen, ist vor einer Fällung zu prüfen, ob Tiere im Baum nisten. Aber auch alte Spechthöhlen oder andere Baumhöhlen können Nistplatz oder auch Überwinterungsquartiere darstellen, die ebenfalls nicht beschädigt oder zerstört werden dürfen. „Für alle Gehölze sind allerdings schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des jährlichen Zuwachses jederzeit zulässig. Doch auch hier ist der Artenschutz zu beachten“, so Andreas.

Baumschutzsatzungen beachten
Kommunale Regelungen in Form von Baumschutzsatzungen, die etwa in den Hansestädten Buxtehude und Stade gelten, möchten insbesondere Bäume im innerstädtischen Bereich schützen. Daher ist vorher bei der zuständigen Behörde zu klären, ob der zu beseitigende Baum in den Geltungsbereich der Satzung fällt. Wenn ja, ist ein entsprechender Antrag auf Erteilung einer Ausnahme zu stellen.


Extraregeln für Hecken und Gebüsche
In der Vegetationszeit, wenn die Bäume belaubt sind, erfüllen sie eine Vielzahl von Leistungen und Funktionen. Sie produzieren Sauerstoff, speichern Kohlenstoff, filtern Staub, spenden Schatten und kühlen die Luft. Zusätzlich bieten Bäume Nahrung und Lebensraum für viele Tierarten. Denn gerade während der Vegetationszeit ist auch die Hauptbrutzeit der heimischen Vogelarten. Das Fällverbot gilt in Niedersachsen übrigens nicht für Bäume im Wald, in privaten Haus- und Kleingärten sowie auf Parkanlagen und Friedhöfen. Für Hecken, Gebüsche und andere Gehölze jedoch gelten die Schonfristen vom 01. März bis 30. September uneingeschränkt.

   
   

Horneburg
28. Oktober 2020, 9:39
 

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